Ein Haus, das aufgehört hat, leer zu stehen.
Wer am Nachmittag den Ziegenmarkt quert, erkennt es am dünnen Dampf über dem Schornstein und an den offenen Fensterläden: Das Küsterhäuschen, südwestlich an die Backsteinflanke der Marienkirche gebaut, führt sein bescheidenes Eigenleben fort.
Drinnen — drei niedrige Stuben, Kuchen unter Glasglocken, handgeschriebene Karten. Kein Konzept, kein Interior-Auftrag, keine Latte-Art. Dafür ein Apfelkuchen vom Vormittag, eine Tasse Kaffee zu einem Preis, der nicht beleidigt, und die Gewissheit, dass jemand zuhört, falls Sie reden möchten.
Das Haus wird nicht als Café allein verstanden. Es ist Begegnungsstätte — für christliche, soziale, alltägliche Fragen. Der Rest ergibt sich.